Schuld oder Verantwortung?

Bis in die 70er Jahre wurde vor Gericht festgestellt, wer von beiden die Schuld an einer Scheidung trägt. Das gibt es heute so zu Glück nicht mehr. Dennoch ist der Gedanke immer noch weit verbreitet, klären zu wollen, wer an einer bestimmt Situation schuld ist. Beratungen in meiner Praxis klammern die Schuldfrage weitestgehend aus. Warum sich das bewährt hat lesen Sie hier:

 
In meiner Arbeit mit Klienten ersetzt ich das Wort Schuld durch Verantwortung. Doch worin liegt der Unterschied? Bevor Sie direkt weiter lesen, können Sie einmal eine Minute inne halten, und für sich selbst diese Überlegung anstellen – vielleicht sogar zusammen mit Ihrem/Ihrer Partner(in) – und dann Ihre Ergebnisse mit meiner Sichtweise vergleichen.

 

Vorwärts oder rückwärts

Verantwortung ist nach vorne gewandt, Schuld nach hinten. Schuld ist derjenige, der in der Vergangenheit etwas falsch gemacht hat. Es tun sich damit also gleich zwei Probleme auf: Erstens ist es oft nicht eindeutig festzustellen was falsch und was richtig ist. Dazu bräuchte es ein von beiden Partnern anerkanntes, verbindliches und ganz eindeutiges Wertesystem, denn nur in Bezug auf ein solches, also auf eine bestimmte verbindliche Moral oder Ethik kann etwas falsch ( =nicht dieser Norm entsprechend) oder richtig ( = im Einklang mit dieser Norm) sein. Zweitens liegt das Tun oder Lassen das zur Schuld geführt hat in der Vergangenheit und kann daher nicht mehr rückgängig gemacht werden.

 
Die Schuldfrage wird oft vor allem deshalb geklärt, weil der Schuldige dann die Verantwortung für die Folgen seines Handelns übernehmen muß. Was aber, wenn beide Partner von sich aus Verantwortung für das übernehmen, was sie selbst Gutes tun können, unabhängig, ob sie dazu durch einen „Schuldspruch“ gezwungen wurden? Dann wird es für die Lösung einer Situation unerheblich wer die Schuld für sie trägt.

 
Durch die meist unfruchtbare Diskussion darüber, wer Schuld hat, wird oft sehr viel Zeit und Energie verschwendet, die bei der tatsächlichen Lösung der Probleme dann fehlt. Aus meiner Erfahrung ist dies einer der Hauptgründe, warum Paare sich „im Kreise drehen“ statt voran zu kommen. Deshalb ist es mir in meinen Beratungen ein wichtiges Anliegen meine Klienten weg von dem lähmenden Schuldfrage-Kampf hin in die lösungsorientierte Eigenverantwortung zu begleiten.

 

Ein Beispiel

Stellen Sie sich vor, sie haben sich durch Unachtsamkeit aus ihrer gemeinsamen Wohnung ausgesperrt. Wer ist daran Schuld? Sie! Stellen Sie sich nun vor, Ihr(e) Partner(in) kommt wenig später nach Hause und hat ihren eigenen Schlüssel dabei. Wer ist nun in der Verantwortung die Tür zu öffnen? Natürlich derjenige, der einen Schlüssel hat. VerANTWORTung führt zu Antworten, Schuld nicht.
 


 

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Das Gute im Schlechten

Was ist Gut, was ist Schlecht? Dies zu unterscheiden ist nicht immer einfach. Und dennoch – die meisten Menschen würden zustimmen, dass es schlecht (oder zumindest nicht gut) ist, einen Zug zu verpassen, eine Absage nach einem Bewerbungsgespräch zu bekommen oder beim Fremdgehen erwischt zu werden. Aber können wir uns da sicher sein?

 

Letztlich können wir erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand beurteilen, ob ein Ereignis positive oder negative Auswirkungen hatte. Oder genauer gesagt MEHR positive oder MEHR negative Auswirkungen, denn selten ist die Welt schwarz ODER weiss. Diese Erkenntnis, dass in jedem Ereignisse möglicherweise auch etwas Gutes stecken kann, hilft uns mit „schlechten“ Ereignissen besser umzugehen.

 

Gut oder schlecht?

Immer wieder liest man von Menschen, die deswegen überlebt haben, weil sie ein bestimmtes Flugzeug, welches dann abstürzte, verpasst haben. Meist aber wissen wir nicht, was passiert wäre, wenn wir zum Beispiel die Sitzung pünktlich geendet hätte und wir uns mit dem Auto 10 Minuten eher auf den Weg nach Hause gemacht hätten. Vielleicht wäre uns dann ein schlimmer Unfall passiert, der uns dank des späteren Endes der Sitzung erspart geblieben ist. Diese Art zu Denken meine ich allerdings nicht wenn ich dazu rate im Schlechten das Gute zu sehen, da sie viel zu vage uns spekulativ ist. Es geht um etwas anderes.

 

Es geht nicht in erster Linie darum zu sehen, welche schlimmen Dinge einem MÖGLICHERWEISE erspart wurden, sondern welche positiven Dinge einem geschenkt wurden. Dazu zwei Beispiele:

 

Feuerwerk

Neulich viel mein Flug aus, weswegen ich mein geplantes Ziel nicht mehr erreichte und an einem anderen Ort übernachten mußte als geplant. Wie ärgerlich! Dort allerdings habe ich an diesem Abend ein spektakuläres Feuerwerk sehen können, welches ich sonst verpasst hätte.

 

Und um auf die Einleitung zurück zu kommen: Hin und wieder kommen Paare zu mir, bei denen gerade ein Seitensprung aufgeflogen ist. Hierin lässt sich sicher erst mit einem gewissen Abstand etwas Gutes erkennen – dann wenn der erste Pulverdampf aus Wut, Trauer, Verzweiflung und Scham verflogen ist.

 

Immerhin haben beide Partner nun die Chance sich wieder wahrhaftig, ohne Lug und Trug zu begegnen. Nicht selten entwickelt sich aus einer solchen Krise eine vertiefte, gefestigte, wahrhaftigere Paarbeziehung. Dazu bedarf es allerdings bestimmter Voraussetzungen, über die ich in meinem nächsten Blogg schreiben werde.

 

Aber es braucht gar nicht so ein dramatisches Beispiel. Üben Sie sich darin in allem, was Sie an Ihrem Partner oder überhaupt in der Welt ärgert, die Möglichkeit zu sehen, dass darin auch etwas gutes steckt. Lassen Sie Ihre Phantasie spielen um sich zu überlegen was genau das sein könnte. Und nur zur Klarstellung: Das ist etwas völlig anderes, als seinen Ärger zu unterdrücken – dazu rate ich sicherlich nicht.

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Wenn Du mich lieben würdest…

Vielleicht haben Sie diesen Satz auch schon einmal gedacht oder gar ausgesprochen. Gehört oder gelesen haben Sie ihn mit Sicherheit schon: „Wenn Du mich wirklich lieben würdest, dann würdest Du…..“

Für den zweiten Teil des Satzes gibt es unendlich viele Variablen, wie zum Beispiel:

…öfters den Mülleimer herunter bringen
…von selber wissen, was ich mir wünsche
…offener mit mir sprechen
…mir nicht weh tun mit Deinen Wünschen
…aufmerksamer sein
…dieses tun und jenes lassen

Warum erwähne ich das hier? Was ist das Interessante an diesem Satz? Mindestens dreierlei:

Zum einen steckt in der Aussage die Annahme vom Partner* nicht tatsächlich geliebt zu werden.

Zum anderen die Vorstellung, dass es für Liebe bestimmte Beweise oder zumindest Indizien gäbe, an denen man ablesen kann, ob nun Liebe vorhanden ist oder nicht, wenn ja, ob im genügendem Maße und von ausreichender Qualität – die wahre Liebe eben.

Und zum dritten wird offensichtlich, dass die Frage nach dem wirklich richtig geliebt werden offenbar sehr viele Menschen umtreibt. Doch ist sie wirklich so bedeutungsvoll und wichtig?

 

Wahre Liebe

Die erste Annahme – zumindest wenn sie sich verfestigt und nicht als kurzer Anflug eines Zweifels schnell wieder verfliegt – ist oft ein Zeichen mangelnder Selbstliebe oder eigener Liebesfähigkeit. Wir versuchen zu ergründen, ob die Liebe eines anderen Menschen zu uns wahr ist, statt zu erkennen, dass die Zweifel daran in uns selbst begründet liegen. Zweifel und Liebe schließen sich aus.

Wenn wir zweifeln, können wir nicht vertrauen und wenn wir nicht vertrauen können wir uns nicht in die Liebe fallen lassen. Wir sind auf der Hut und fühlen uns nicht geliebt, auch wenn der Partner* dies noch so sehr tut. Es entsteht dann der EINDRUCK unser Partner* würde uns nicht richtig lieben, nur weil er nicht das tut (oder lässt), von dem WIR glauben, es sei ein Zeichen von Liebe.

Liebesbeweise

gibt es nicht! Liebe ist nicht beweisbar. Wir können glauben geliebt zu werden, wir können uns für liebenswert halten, wir können uns geliebt fühlen oder eben auch all das nicht. Die Idee aber, das ein Mensch einem anderen Menschen beweisen könne, dass er ihn liebe ist – mit Verlaub – völlig absurd. Die wahre, reine Liebe ist ein äußerst zartes Wesen, dass sich jeder Vereinnahmung, jeder Instrumentalisierung, jeder Erwartung an sie entzieht.

Der Satz „Ich liebe Dich“ drückt nur genau dieses aus, nämlich „Ich liebe Dich“. Sonst nichts. Nichts Weiteres lässt sich daraus herleiten! Nichts wie wir uns aufeinander beziehen müssten, nichts was wir für einander tun müssten, nichts wer wir für einander sein sollten. Leider wird das zarte Wesen der Liebe dauernd überlastet mit Deutungen und Ansprüchen, unter denen sie zusammenbricht.

 

Liebenswert und liebesfähig

Bedeutungsvoller als die Erforschung der Frage „Werde ich wirklich geliebt?“, wofür es ja nie Beweise geben kann, sind daher andere:

– Halte ich mich der Liebe wert?
– Kann ich selbst lieben – auf meine ganz persönliche, individuelle, ureigene Art – abseits vorgegebener Schablonen und Vorstellungen, wie Liebe zu sein hat.

Immer mal wieder kommen Klienten zu mir, die dann zu dem Schluss kommen, sie selbst könnten nicht lieben. Meist stellt sich allerdings heraus, dass sie dies sehr wohl können, nur nicht in einer Weise die ihren eigenen Vorstellungen davon gerecht wird, wie Liebe sein sollte.

Liebe aber ist nicht so oder so und auch nicht so. Liebe ist

* = Der Begriff Partner ist geschlechtsneutral zu verstehen, d.h. in diesem Fall ist sowohl der männliche Partner wie auch die weibliche Partnerin gemeint

 


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Soll und Haben

Sie stellen sich vielleicht vor, dass Ihr Partner* und Ihre Beziehung doch am Besten so und so sein SOLL. Und Sie HABEN einen Partner* und eine Beziehung der dieser Vorstellung nur zum Teil entspricht. Die Einheit in der diese Differenz zwischen SOLL und HABEN gemessen wird, ist meist Unzufriedenheit. Muss das so sein oder geht es auch anders?

 

Meine Antwort lautet Ja. Ja, theoretisch geht es auch anders. Praktisch auch – wenn die zwei folgenden Voraussetzungen erfüllt sind. Zum einen müssen Sie sich vorstellen können, das es anders geht, z.B. so wie hier im Folgenden beschrieben – zum anderen müssen Sie bereit sein, diese neue „Technik“ auch einzuüben.

 

Es ist ähnlich wie wenn jemand Klavier spielen möchte. Zunächst muss er erst einmal Lust darauf haben und sich vorstellen, dass dieses überhaupt grundsätzlich möglich ist. Dann muss er über längere Zeit üben und sich dabei am besten schon an den kleinen Fortschritten freuen.

 

So kann’s gehen

Ich möchte Ihnen folgende Idee vorstellen, wie Sie Ihre Beziehung und ganz allgemein Ihr Leben zufriedener gestallten können: Voraussetzung für Unzufriedenheit ist, dass wir Konzepte im Kopf haben wie bestimmte Dinge sein sollten. Wenn diese dann nicht so sind, wie es unser Konzept vorgibt, werden wir unzufrieden.

 

Mein Vorschlag ist nun im ersten Schritt diese Konzepte als solche zu erkennen und im zweiten Schritt sie mal probehalber „abzuschalten“. Konkret sieht das so aus: Ich stelle mir vor. mein Partner sollte X tun, er macht aber Y. Wenn ich mir nur Y anschaue, ohne es mit X zu vergleichen, wie fühlt es sich dann an? Mit anderen Worten: Ist Y an sich tatsächlich so schlecht und unerträglich, oder ist es nur der Unterschied zu meinem eigenen Konzept X, der mir so unerträglich vorkommt?

 

Woran erkenne ich Konzepte?

Vor allem daran, dass sie bei anderen Menschen anders sind. Durst ist kein Konzept, denn jeder Mensch hat das Bedürfnis, sogar die Notwendigkeit zu trinken. Ein stets aufgeräumtes Wohnzimmer, eine steile berufliche Karriere oder sexuelle Treue hingegen sind Beispiele für Konzepte, denn manche Menschen legen Wert darauf, andere nicht. Wenn einer Ihrer inneren Sätze beginnt mit: „Meine Partnerin* sollte….“, ist dies ein Hinweis darauf, das Sie es hier mit einem Konzept oder Glauubenssatz zu tun haben könnten, der Ihnen bisher vielleicht noch garnicht bewusst war.

 

Natürlich ist es nicht leicht, derlei als selbstverständlich eingefleischte Konzepte über Bord zu werfen. Darum geht es aber auch nicht und auch nicht darum, eigene Bedürfnisse zu verleugnen. Worum es geht ist erstmal nur das „probeweise Abschalten“ der Konzepte, um ein Gedankenexperiment also das neue Erkenntnisse und Spielräume schaffen kann.

 


* = Dieser Begriff, wie auch weitere Begriffe mit grammatikalischem Geschlecht, sind geschlechtsneutral zu verstehen, d.h. in diesem Fall ist sowohl der männliche Partner wie auch die weibliche Partnerin gemeint

 


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Lebe gefährlich

Zuerst möchte ich allen Lesern ein gutes neues Jahr 2017 wünschen – was auch immer „gut“ für sie persönlich bedeuten mag.
Milos Zeman, der tschechische Präsident, wünschte den Menschen seines Landes zum Jahreswechsel „ein gefährliches Leben, ein Leben voller Risiken und Kämpfe“. Nur traditionsgemäß „Gesundheit, Glück und ein langes Leben zu wünschen“ so sagte er „wäre zu unoriginell und eine reine Phrase“

Ich habe mich gefragt, was Zeman wohl gemeint habe könnte, mit dem „gefährlichen Leben“. Wahrscheinlich ist es nicht die Empfehlung unangeschnallt mit überhöhter Geschwindigkeit über eine Nebel verhangene Autobahn zu rasen.

 

Ich denke, gemeint ist ein Leben, welches das Risiko und den Konflikt nicht scheut an Stellen, wo dies notwendig erscheint. Ein Leben getragen vom Mut für eigenen Positionen einzustehen ohne sich dabei in Starrheit zu verrennen.

 

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Machen Sie einmal folgendes Gedankenexperiment: Stellen Sie sich eine Skala vor – auf der einen Seite steht als Extrem „Querulant und Provokateur“ auf der gegenüber liegenden Seite als Extrem „Mitläufer und Kuscher“. Die Mitte ist ebenfalls markiert. Nun ordnen Sie sich selbst auf dieser Skala möglichst ehrlich ein. Vielleicht fällt Ihnen dabei auf, dass Sie abhängig vom Kontext – Arbeitswelt, Kinder, Partner, Verein/Partei etc. – zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

 

Sind Sie zufrieden mit Ihrer Position in den verschiedenen Bereichen? Wo würden Sie sich gerne mehr in die eine oder andere Richtung bewegen? Was hielt Sie bisher davon ab? Wenn Sie es nun täten, welche Vor – und Nachteile hätte das? Würden Sie wagen, es einmal auszuprobieren?

 

In meiner Arbeit mit Paaren habe ich festgestellt, dass nicht nur zu viel Streit und Konfrontation zu Problemen führt sondern auch zu viel Harmonie, wenn sich diese aus der Angst heraus speist, notwendige Konflikte anzusprechen und fair auszutragen.

 

In diesem Sinne wünsche auch ich Ihnen ein „gefährliches Leben“ – eines welches das Risiko nicht scheut an den Punkten, wo dies notwendig ist.

 


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Infoabend Bewusstes Entladen

Sicherlich kennen Sie das: Jemand drückt Ihnen „die Knöpfe“, Sie sind gereizt und ungehalten, verlieren ohne es zu wollen Ihre Souveränität, lassen Ihre Spannung oder Wut dann z.B. am Gegenüber ab oder unterdrücken sie mühsam und es kommt zu Streit und zur inneren und/oder äußeren Disharmonie.

 

Oder umgekehrt, Sie drücken ungewollt einer anderen Person die Knöpfe, triggern sie, aktivieren sie durch eine Kleinigkeit, und verstehen gar nicht warum diese Person so übertrieben und aggressiv reagiert…..

 

Der emotionale Rucksack

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Schuld daran ist unser „emotionaler Rucksack“ in dem sich bei uns allen im Laufe des Lebens allerlei unausgelebte Gefühle abgelagert und zu Frust und Wut verwandelt haben. Wenn Sie keine Lust mehr haben, sich immer wieder Knöpfe drücken zu lassen, müssen Sie den Rucksack angemessen entrümpeln.

 

Das bewusste Entladen ist eine sehr wirkungsvolle Technik angestaute Emotionen aus unserem „emotionalen Rucksack“ zu entlassen und so entspannter, selbstbestimmter, souveräner und (konflikt)freier zu leben. „Erfunden“ hat diese Methode Vivian Dittmar (www.viviandittmar.net), nachzulesen ist sie in Ihrem Buch „Bezeihungsweise“ welches auch darüber hinaus sehr empfehlenswert ist.

 

Das bewusste Entladen geschieht zu zweit: Eine Person entlädt, die andere hält den Raum, und dann umgekehrt. Es sind keine besonderen Vorkenntnisse oder Fähigkeiten notwendig, nur die Bereitschaft, sich drauf einzulassen und es auszuprobieren.

 

Was erwartet Sie am Infoabend?

– Kurzer theoretischer Hintergrund zum emotionalen Rucksack und den abgelagerten, geronnenen Emotionen

– Ausführliche, praktische Beschreibung des bewussten Entladens, insbesondere

– Was bedeutet Raum halten?

– Wie entlade ich „richtig“?

– Kurze Demonstration einer bewussten Entladung

– Beantwortung Ihrer Fragen

 

Wann? Wo?

Dienstag, den 13.12.

in den Räumen von meeet – West (www.meeet.de),

Konstanzer Straße 15A – 10707 Berlin Wilmersdorf,
direkt an der U Bahn Station Konstanzer Strasse

 

Ankommen ab 19.30
Beginn pünktlich 20.00
Ende gegen 21.30

 

Der Eintritt ist frei, ich bitte aber um Anmeldung per e-mail, da die Plätze begrenzt sind unter:

beratung@miklaw.de

 


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Furchtbar oder fruchtbar

Keine langfristige, ernsthafte Beziehung kommt ohne Konflikte aus aber es ist ein entscheidender Unterschied ob diese in furchtbare Streits oder fruchtbare Auseinandersetzungen münden. Sie haben die Wahl!

 

Zugegeben, der letzte Satz ist ein wenig provokant, denn wenn das wirklich so einfach wäre mit der Wahl, dann gäbe es diese furchtbaren Streits ja gar nicht. Wer will die schon?

 

Diese Frage ist nicht so rhetorisch wie sie scheint, denn auch schlimme Streits haben eine Funktion. erfüllen einen Zweck, der den meisten Menschen freilich nicht bewusst ist. Sie lassen ein Paar gemeinsam tiefe Emotionen erleben und dabei ist das Vorzeichen – Minus für Streit und Verletzung oder Plus für Freude und Intimität – erst einmal egal.

 

Streiten bedeutet Wunsch nach Kontakt

Mit anderen Worten: Streiten bindet Menschen emotional aneinander aber es gibt eben sinnvollere, fruchtbarere, schönere, nährendere Formen der Begegnung. Wenn Sie viel streiten, stellen Sie sich die Frage: Auf welche Weise genau würde ich statt dessen lieber mit meinem Partner in Verbindung sein? Streiten drückt immer den Wunsch nach Kontakt aus, auch wenn es sicherlich geeignetere Möglichkeiten gibt, dieses Bedürfnis zu erfüllen. Diese anderen Optionen aber gilt es erst einmal zu erkennen und zuerlernen.

 

Sie sehen schon, Konfliktvermeidung ist kein Lösungsweg, denn damit würde man auch dem Kontakt auf dem Wege gehen. Auch deshalb weil angestaute, ungelöste, also schwelende Konflikte zu so etwas wie „Korrosion auf den Kontaktflächen“ führen

 

Konfliktvermeidung ist keine Lösung – was dann?

Konflikte müssen zeitnah und konstruktiv ausgetragen werden, aus zwei Gründen: Zum einen führt jeder für BEIDE Seiten gut gelöste Konflikt, ein Konflikt also, nach dessen Lösung es weder einen Gewinner und einen Verlierer, noch all zu faule Komprisse gibt, an sich schon zu tieferem Kontakt. Zum anderen schafft ein solcher Art beendeter Konflikt wieder Platz um sich gemeinsam mit „gereinigten Kontaktflächen“, den freudvollen Dingen des Lebens zuwenden zu können.

 

So gesehen, erschrecken Sie nicht vor dem nächsten Konfiken – schrecken Sie nicht vor ihnen zurück, sondern freuen Sie sich über die Chance, den positiven Kontakt mit Ihrem Partner zu vertiefen.

 

Leicht gesagt

Wahr ist aber natürlich auch, dass sich nicht jeder Konflikt einfach mal so eben ohne Gewinner, Verlierer und faule Kompromisse bereinigen lässt. Das braucht viel Einfühlungsvermögen, Selbstreflektion, Mut und kommunikatives Geschick – alles Dinge die wir leider nicht in der Schule lernen (obwohl sie viel nützlicher sind als mach anderer angeeigneter Ballast).

 

Weil diese Fertigkeiten aber, wie alles andere auch, erst einmal erlernt und geübt werden müssen, ist es oft schwierig, ohne Hilfestellung von außen direkt den furchtbaren Streit in eine fruchtbare Auseinandersetzung zu verwandeln. Scheuen Sie sich daher nicht, dabei auch auf professionelle Unterstützung zurück zu greifen.

…Kontrolle ist besser?

Kontrolle sei besser als Vertrauen, meinte zumindest Lenin und wollte damit sagen man soll sich nur auf das verlassen, was man nachgeprüft hat. Dies mag in einigen Lebensbereichen seine Richtigkeit haben – nicht so in der Liebe.

 

Lenin verstarb zu früh um die Theorien des Physikers Werner Heisenberg zu kennen, die in etwa besagen, dass wir ein System, welches wir beobachten, messen und erst recht eines, welches wir zu kontrollieren versuchen, dadurch auch verändern.

 

Man muss kein berühmter Quantenphysiker sein um nachvollziehen zu können, dass wir unseren Partner nicht kontrollieren können ohne dass dies einen Einfluss auf ihn oder sie hätte – und zwar einen Negativen.

 

Kontrolle warum?

Es gibt grundsätzlich zwei Motive, den Partner kontrollieren zu wollen, die oft nicht scharf zu trennen sind:

 

Entweder geht es darum zu erfahren, was der Partner so tut. Dann kontrollieren wir ob das was er oder sie sagt, was er/sie tut auch der Wahrheit entspricht.

 

Oder wir wollen kontrollieren ob der andere auch das aus unserer Sicht „Richtige“ tut.

 

Wenn Sie nun nach dem Lesen dieser beiden Möglichkeiten eine ganz feine Kontraktion oder Einschnürung in Ihrem Bauch wahrnehmen – achten Sie einmal bewusst darauf – ist dies ein klarer Hinweis darauf, dass Sie (oder zumindest ihr Körper) spüren, das Liebe so nicht funktionieren kann.

 

In beiden Fällen nämlich mangelt es an Vertrauen in den Partner und Misstrauen ist Gift für die Liebe.

 

So tun als ob

Vertrauen bedeutet so tun als ob, auch wenn man sich nicht 100% sicher sein kann. Ist man sich 100% sicher, braucht man kein Vertrauen mehr, da es durch Gewissheit ersetzt wird. Doch auch wenn wir es uns noch so wünschen – Gewissheit gibt es im Leben nicht (allerhöchstens im Tod).

 

Kontrolle einem Partner gegenüber wird genau das eintreten lassen, was die Kontrolle eigentlich verhindern sollte. Der kontrollierte Partner wird sich vom Kontrollierenden entfernen.

 

Wenn Sie sich selbst also dabei ertappen, Ihren Partner zu kontrollieren, fragen Sie sich zunächst ob es wirklich einen spezifischen Grund für Ihr Misstrauen gibt? Wurde Ihr Vertrauen tatsächlich von diesem Partner schon einmal missbraucht?

 

Selbst wenn das der Fall ist, kann die dauerhafte Lösung nicht in Kontrolle liegen sondern im Aufbau eines wacheren, lebendigeren Vertrauens als bisher. Zugegeben, kein ganz leichter Weg, auf dem ich Sie aber gerne begleite.

Du Egoist!

Haben Sie diesen Vorwurf schon einmal gehört?
Oder ihn selbst schon einmal ausgesprochen?
Und wieso eigentlich Vorwurf, ist es denn schlecht ein Egoist zu sein?

 

Ihre spontane Antwort lautet vielleicht: „Klar ist das schlecht“, denn im allgemeinen Sprachgebrauch ist der Begriff negativ besetzt. Meine Antwort lautet: „Es kommt drauf an, denn Egoismus hat auch positive Aspekte“. Es lohnt sich also zwischen gesundem und übertriebenem Egoismus zu unterscheiden.

 

Dass letzteres sich meist negativ auf Beziehungen auswirkt, muss nicht näher begründet werden. Wenn einer der Partner immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist, verliert er das Wohl des anderen Partners und der Partnerschaft aus dem Blick.

 

Egoismus ist nicht gleich Egoismus

Aber was passiert umgekehrt, wenn einer der Partner, nennen wir ihn A., gar keinen Egosimus zeigt, immer nur die Partnerschaft und die Wünsche des Partners B im Blick hat und seine eigenen Bedürfnisse und Grenzen hinten anstellt?

 
Hier kommt es drauf an, wie Partner B bezüglich seines Egoismus „gestrickt“ ist. Hat er einen
 
– Übertriebenen Egoismus
– Gesunden Egoismus oder
– ebenfalls Verminderten Egoismus
 
In den ersten beiden Fällen wird sich A früher oder später ausgenutzt und unzufrieden fühlen, da er von B bewusst oder unbewusst eine ähnlich Haltung erwartet, wie er sie selbst hat. Hat Partner B bezüglich des Egoismus tatsächlich eine ähnlich geringe Intensität wie Partner A, wird die Beziehung sehr wahrscheinlich flach und flau werden, weil keiner von beiden, aus Rücksichtnahme auf den anderen, eine Richtung, einen Wunsch, einen Impuls einbringen kann.

 

Selbstführsorge

Ersetzen Sie das Wort „Egoismus“ einmal durch den neutraleren Ausdruck „Selbstführsorge“. Plötzlich wird aus dem „schmuddeligen“ Egoismus eine positive Fähigkeit. Es wird leicht verständlich, dass zu wenig Selbstfürsorge nichts Gutes sein kann.

 
Diese Überführung eines Problems (Egoismus) in einen neuen Zusammenhang (Selbstfürsorge) ist übrigens ein wunderbares Beispiel, für ein wichtiges Element meiner Arbeit mit Paaren: Den Perspektivwechsel, die ungewöhnliche Neuinterpretation von Gegebenheiten, durch die oft Bewegung in bisher festgefahrene Situationen kommt.

Das war schön!

Ab und zu schreibe ich hier über die kleinen Geheimnisse glücklicher Paare. Hier ist eines davon: Sagen Sie sich abends beim zu Bett gehen, was schön war am vergangenen Tag. Nicht manchmal sondern regelmäßig.

 
Dies unterstellt nicht, das jeder Tag (gleich) schön ist – aber jeder Tag hat auch seine schönen Momente. Die Lebens- und Liebeskunst besteht drin, diese schönen Augenblick zu erkennen und sich bewusst zu machen – alles eine Frage der Übung.

 
Und natürlich wird es solche schönen Augenblicke geben, die Sie allein erleben, an denen Ihr Partner gar nicht beteiligt ist und solche, zu denen Ihr Partner einen Beitrag geleistet hat. Beide Arten sind es wert mit dem Partner geteilt zu werden.

 

Drei Augenblicke

Ihr Ritual könnte so aussehen: Beschreiben Sie Ihrem Partner oder Partnerin in kurzen Worten maximal drei schöne Augenblicke des vergangenen Tages. Achten sie darauf das Ihr Partner wenn möglich mindestens in einem der Beschreibungen zur Schönheit der Situation beigetragen hat. Es geht nicht darum, jede Einzelheit zu erzählen, sondern die Quintessenz dessen, was diese Momente für Sie hat wertvoll werden lassen.

 
Als Zuhörer bedanken Sie sich dann bei Ihrem Partner dafür, dass er Sie hat teilhaben lassen, kommentieren Sie aber nicht was Sie gehört haben, auch wenn Sie vielleicht nicht alles verstanden haben oder nachvollziehen können. Dann wechseln Sie die Rollen. Zusammen sollten 5 bis maximal 10 Minuten reichen.

 

Einmal ist kein mal

Zu einem Ritual wird diese Übung dann, wenn Sie sie regelmäßig – in diesem Fall möglichst täglich – wiederholen. Der Sinn des Rituals ist es, Vertrauen und Verlässlichkeit zu stärken, nach dem Motto: Egal wie der Tag auch war, egal wie gut wir uns heute verstanden haben – wir wissen was wir am Leben und an einander schätzen.
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Und wenn Sie oder Ihr Partner mal auf Geschäftsreise sind? Machen Sie die Übung trotzdem – für sich allein. Senden Sie das, was sie sonst aussprechen würden einfach in Gedanken an Ihren Partner. Wenn auch nicht die genauen Inhalte, so kommt doch vielleicht die Stimmung Ihrer Gedanken auf magische Weise bei ihrem Partner an – fragen Sie ihn mal.